NesselrodeForst: Waldpflege mit Tradition
NesselrodeForst: Waldpflege mit Tradition

Im April 1984 und erneut im Februar 1987 fiel bei länger andauernden Tagestemperaturen leicht über dem Gefrierpunkt in großen Mengen Nassschnee, der ganze Kieferndickungen zu Boden drückte und auch große Löcher in die Kiefern-Stangenhölzer riss. Auf den verlichteten Flächen zeigte sich in den Folgejahren eine zum Teil lebhafte Naturverjüngung. Zusammen mit umfangreichen Pflanzungen sorgt diese für ein recht abwechslungsreiches Waldgefüge. Hier war es die Natur, die die Richtung für die künftige Waldbehandlung vorgab. Diese Entwicklung wollen wir durch intensive Durchforstung verstärken. Dabei geht es vor allem darum, durch möglichst hohe Baumartenmischung "klimastabile" Wälder aufzubauen, eine Aufgabe, die angesichts extrem trockener Sommer (z.B. 2003, 2011) immer drängender wird. Gegenüber den Stürmen der vergangenen Jahre (Vivian, Wiebke 1990; Kyrill 2007) erwies sich gerade der Mechernicher Wald mit seinem hohen Eichenanteil als ungewöhnlich widerstandsfähig. Die Pflege der Eichenbestände mit dem Ziel einer möglichst hohen Wertholzproduktion bleibt bei uns Daueraufgabe. Eine große Herausforderung für jeden Forstbetrieb ist der Aufbau wirtschaftlich leistungsfähiger Wälder. Forstwirtschaft lebt vom Holzverkauf. Bereits 2020 wird in Deutschland bei der Holzmenge eine Deckungslücke von 30 Mio. Kubikmetern erwartet. Der Nadelholzanteil liegt bei den gängigen Holzerzeugnissen zwischen 70 und 95 %. Der Einsatz standortgerechter Nadelholzbaumarten (Lärche, Douglasie, Küstentanne ... ) ist deshalb für jeden Waldbesitzer, der erfolgreich am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen will,  unverzichtbar. Soweit irgend möglich sollte Rundholz vor Ort als "Holz der kurzen Wege" bereitgestellt und nicht über große Entfernungen importiert werden.